Leitbild und ethische Werte: VDID legt Codex für Industriedesigner vor

Mit einem schmalen Büchlein hat der Verband Deutscher Industrie Designer (VDID) Großes gewagt: dem eigenen Berufsstand im Alltag zwischen gestalterischen Herausforderungen und kaufmännischen Notwendigkeiten eine ethische Orientierung zu geben. Nach langer interner Vorarbeit legt der VDID nun den Codex der Industriedesigner als Buch und als Download zur Veröffentlichung vor. Er gibt Designern zwölf Leitwerte für verantwortungsbewusstes Gestalten an die Hand und beschreibt die zehn wichtigsten Herausforderungen der Zukunft. Fragen nach der Verantwortung der Profession und ihrem Beitrag zur Bewältigung der drängendsten Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft sind ebenso Thema wie die Frage nach Qualitätskriterien bei Entwicklungsprozessen und deren Ergebnissen.

Der BDG begrüßt diese Veröffentlichung, auch wenn sie sich in erster Linie auf Industriedesigner bezieht. »Wir halten Überlegungen zu Werten im Design für außerordentlich wichtig«, meint BDG-Präsident Christian Büning. »Wir freuen uns, dass der VDID hier Stellung bezieht und wünschen uns und dem Verband eine lebhafte Diskussion zu den vorgestellten Thesen«. 

Der Codex ist Ergebnis einer langen intensiven Auseinandersetzung einer Arbeitsgruppe des VDID unter Leitung des Designers Stefan Eckstein. Der Berater und Trainer Ralph Habich hat die VDID-Designer als Moderator und Co-Autor unterstützt. Ausdrücklich richtet sich der VDID mit dem Codex sowohl an Industriedesigner als auch an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen als Auftraggeber, an die Ausbildung, an die Wirtschaft und deren Organe sowie an die Politik und die designinteressierte Öffentlichkeit. »Der Austausch untereinander und über die Disziplin hinaus ist entscheidend, um diese Gedanken nach außen zu tragen«, stellt VDID-Präsidentin Susanne Lengyel fest. Sie hält eine breite Auseinandersetzung auf allen möglichen Wegen für unumgänglich.

Der Codex kann als gedruckte Publikation bei der Geschäftsstelle des VDID für 20,00 Euro bestellt werden. Eine PDF-Version steht kostenlos auf der Seite des VDID zur Verfügung.

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