Dear Graphic Designer – Gastbeitrag von Lorenz Seeger, edenspiekermann

English here, Deutsch weiter unten

… I know how you feel. Times are hard for you and job opportunities are rare. Gone are the days when you were left in endless design explorations. You touched things with your hand. You shaped them late at night, when the others were already sleeping. Illustrations, posters and collages were part of your work and part of your joy. You didn’t spent time learning about technical improvements, although you fell in love with your first mac. It helped you doing things faster, drawing shapes sharper and setting type better. You felt more productive.

And then you recognized these people around you, who refused to spend time on making stuff with their hands. These people started to produce graphics only with their computers. They were even faster than you and they also made things move. Illustrations could fly, elements changed colors within seconds and disappeared with an explosion. These people called themselves Webmasters, Web Designers, Interaction Designers and sometimes Front End Developers. They made you look old and rusty. Companies started to hire them instead of you. They ignored your creative potential for more interactive projects. And these companies loved the fact that these new Web Designers could not only do fancier stuff but also do your job as well.

I know how you feel. Times are hard for you and job opportunities are rare. But this is your wake up call. Don’t feel bad about these Web Designers, Interaction Designers and however they will call themselves in the future. Start to admit the fact that times are changing. Start to realize that designs will become more and more digital. Embrace these new technologies and let them kick your creative potential to the next level. I am not talking about learning heavy programming and founding the next big shit in your garage. I want to point you at tools that are already out there to make your life easier. Tools, that are easy to use but have great outcomes. You don’t have to throw your illustrations and posters away, you just should make them alive and convert them into digital assets.

I strongly believe that within three to five years from now, the separation of analog and digital job titles will diminish rapidly and after another three years you won’t find a separation any longer. That does not mean that the world of tangible design and art is over – it will always remain.

But now is your chance to absorb digital skills as well and become a better equipped designer. You touched things with your hand – you still can. You just have a bunch of new tools to do so. And, let’s be honest – it’s not important to touch things with your hand, you need to touch things with your heart.

All the best to you,
Lorenz

P.S.: In a second post I will give you a short introduction about a bunch of tools that will support you on your way of diving into digital design – without knowing any programming languages.

 

Dieser Artikel erschien auf edenspiekermann.com. Herzlichen Dank fürs Bereitstellen.

 


 

Deutsche Übersetzung
Ich weiß, wie du dich fühlst. Die Zeiten sind hart für dich und die Aussichten auf interessante Jobs rar. Die Tage, in welchen du dich in endloser Designtiefe verlieren konntest, sind vorbei. Du hast Projekte mit der Hand erarbeitet. Du hast sie geformt, während andere längst schliefen. Illustrationen, Plakate und Kollagen waren Teil deiner täglichen Arbeit Teil Deiner Freude. Du hast keine Zeit in den technischem Fortschritt investiert, auch wenn du dich in deinen ersten Mac verliebt hast. Mit ihm konntest du schneller sein, Konturen schärfer zeichnen und Schrift besser setzen. Du hast dich produktiver gefühlt.

Auf einmal fielen dir die Leute um dich herum auf, die sich weigerten, Dinge von Hand zu machen. Diese Leute begannen ihre Arbeit direkt mit dem Computer. Sie waren nicht nur schneller als du sondern brachten Bewegung ins Spiel. Illustrationen konnten fliegen, Elemente wechselten ihre Farbe im Bruchteil von Sekunden und verschwanden mit einer Explosion. Diese Leute nannten sich selbst Webmaster, Web Designer, Interaction Designer oder manchmal Front-End-Developer. Sie ließen dich alt und rostig aussehen. Unternehmen begannen, diese Leute zu buchen anstatt dich. Ihnen war dein kreatives Potenzial nicht so wichtig für interaktive Projekte. Und diese Unternehmen fanden es ziemlich praktisch, dass diese neuen Web Designer nicht nur leckeres Zeug machen konnten, sondern deinen Job ebenso.

Ich weiß, wie du dich fühlst. Die Zeiten sind hart für dich und die Aussichten auf interessante Jobs rar. Aber dies ist dein Weckruf. Ärgere dich nicht über die Web Designer, Interaction Designer oder was auch immer für Namen sie sich geben werden. Lasse den Gedanken zu, dass sich die Zeiten ändern. Realisiere, dass Design immer digitaler wird. Umarme diese neuen Technologien und lass sie Anschub deiner Kreativität sein. Ich spreche nicht darüber, hartes Programmieren zu lernen oder den nächsten großen Scheiß in deiner Garage zu ertüfteln. Ich möchte dich auf neue Werkzeuge aufmerksam machen, die dir das Leben leichter machen. Werkzeuge, die einfach zu benutzen sind und großartige Ergebnisse liefern. Du musst deine Illustrationen und Plakate nicht wegwerfen – du kannst sie jetzt zum Leben erwecken und in digitale Schmuckstücke verwandeln.

Ich glaube fest daran, dass sich in drei bis fünf Jahren von die Trennung zwischen analogen und digitalen Job-Titeln auflöst und weitere drei Jahre später nicht mehr existieren wird. Das heißt nicht, dass die Gestaltung für das haptische Erleben vorüber ist – sie wird immer bleiben.

Aber jetzt ist die Chance, digitale Fähigkeiten aufzusaugen und ein besser ausgestatteter Designer zu werden. Du hast Projekte mit der Hand erarbeitet – das kannst du immer noch. Du hast nur eine Vielzahl neuer Werkzeuge, um das zu tun. Und ehrlich gesagt – es ist nicht wichtig, deine Arbeit mit der Hand zu berühren, es ist wichtig, sie mit deinem Herzen zu berühren.

Alles Gute für Dich
Lorenz
Lorenz Seeger ist Designer bei edenspiekermann, Berlin

 

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