Corona-Pandemie: Hinweise für Designerinnen und Designer

 

Die Corona-Krise hat viele Selbstständige wie Freiberuflerinnen und Freiberufler aus der Designbranche schwer getroffen. Ein nicht unerheblicher Teil von ihnen klagt über Umsatzeinbrüche im vergangenen Jahr zwischen 50 und 75 Prozent, eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen kämpfen nach wie vor ums Überleben, einige haben den Kampf bereits verloren.

Inzwischen haben die Verantwortlichen von Bund, Ländern und Gemeinden längst die besonders schwierige Situation der Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer zur Kenntnis nehmen müssen, die das Bild der Designwirtschaft in hohem Maße prägen. Eine Vielzahl von Unterstützungsmaßnahmen wurde entwickelt, die häufig nicht die Betroffenen erreichte. Nach wie vor gibt es auch nach 11 Monaten Pandemie kaum Unterstützung für Solo-Selbstständige ohne hohe Betriebskosten. Der Unternehmerlohn ist leider noch immer in einigen wenigen Bundesländern die Ausnahme.

Die nachfolgenden Informationen für Kommunikationsdesignerinnen und -designer sind in verschiedenen Blöcken zusammengefasst: Unterstützungsmaßnahmen des Bundes, Übersicht über zusätzliche Hilfen der Länder, Steuern, Sozialversicherung, Familienhilfen, weitere Infos.

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Die Informationen und Empfehlungen rund um die Corona-Pandemie ändern sich häufig. Deswegen verweisen wir auf andere Informationsquellen.
Die Reihenfolge stellt keine Wertung o.ä. dar. Alle Angaben & Links ohne Gewähr. Wenn deiner Meinung nach ein wichtiger Tipp fehlt, gib ihn uns durch. Stand: 17.2.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir Designer+innen bekommen Veränderungen in der Weltwirtschaft meist sehr schnell zu spüren, so auch jetzt. Bitte denkt immer daran: Wir machen einen tollen Job und es kommen wieder andere Zeiten! Nutzt diese Zeit, um das eigene Profil zu schärfen, neue Ideen zu entwickeln oder einfach nur um Dinge zu tun, die sonst liegen bleiben. Und danke für eure Mitgliedschaft trotz der Unsicherheit. Lobbyarbeit können wir nur dank eurer Beiträge machen. Bleibt gesund, gemeinsam schaffen wir das!

Euer BDG

 


Robert-Koch-Institut
Aktuelle Meldungen zu COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)


BDG-Branchenmonitoring
Wiederkehrende Umfrage zum Stand der Dinge im Kommunikationsdesign


November-/Dezemberhilfe

Die November- und die Dezemberhilfe unterstützt Unternehmen, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die seit November 2020 aufgrund der Beschlüsse von Bund, Ländern und Gemeinden ihren Betrieb temporär schließen mussten.

Antragsberechtigt:

  • Unmittelbar betroffene Unternehmen und Selbstständige
  • Indirekt betroffene Unternehmen und Soloselbständige, die nachweislich und regelmäßig mindestens 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt betroffenen Unternehmen erzielen.

Höhe der Unterstützung:

  • bis zu 75 Prozent des Vergleichsumsatzes aus 2019
  • Berechnung erfolgt anteilig für jeden Tag im November und Dezember 2020
  • Vergleichsumsatz ist der Netto-Umsatz in den Monaten November und Dezember 2019
  • Solo-Selbstständige können als Vergleichsumsatz alternativ den durchschnittlichen Netto-Monatsumsatz im Jahr 2019 zugrunde legen

Antragstellung:

  • Die Antragstellung erfolgt direkt über ein Portal beim Bundeswirtschaftsministerium
  • Die Beantragung muss über einen Steuerberater erfolgen
  • Solo-Selbstständige sind bis zu einem Förderhöchstsatz von 5.000 Euro direkt antragsberechtigt 

Antragsfrist:

30. April 2021

Achtung:

Die November- und Dezemberhilfe wird mit den Überbrückungshilfen verrechnet. Die Überbrückungshilfe III kann für die Monate November und Dezember nicht zusätzlich beantragt werden.


Überbrückungshilfe II und III

Die Überbrückungshilfe unterstützt Unternehmen, Soloselbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler, die von den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung besonders stark betroffen sind. Es handelt sich um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Überbrückungshilfe II (Förderzeitraum September bis Dezember 2020)

Antragsberechtigt:

Kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige, gemeinnützige Organisationen

Voraussetzung:

  • Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten
  • Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum
  • Gefördert werden ausschließlich betriebliche Fixkosten, keine privaten Lebenshaltungskosten

Förderhöhe:

  • 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
  • 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
  • 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50
  • Maximale Fördersumme pro Monat: 50.000 €

Antragstellung:

Die Antragstellung ist nur durch prüfenden Dritten möglich (Steuerberatung u.ä.)

Antragsfrist:

31. März 2021


Überbrückungshilfe III (Förderzeitraum November 2020 bis Juni 2021)

Antragsberechtigt:

Alle Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu 750 Millionen Euro

Voraussetzung:

  • Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019
  • Gefördert werden ausschließlich betriebliche Fixkosten, keine privaten Lebenshaltungskosten

Förderhöhe:

  • bei einem Umsatzrückgang von 30 bis 50 Prozent werden bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet,
  • bei einem Umsatzrückgang von 50 Prozent bis 70 Prozent werden bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet
  • bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 Prozent werden bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten gezahlt

Antragstellung:

Die Antragstellung ist nur durch prüfenden Dritten möglich (Steuerberatung u.ä.)

Antragsfrist:

Die Antragstellung ist seit dem 11. Februar möglich.


Neustarthilfe für Soloselbstständige

Antragsberechtigt:

  • Solo-Selbständige, die im Jahr 2019 mindestens 51 Prozent ihres Einkommens aus selbständiger Tätigkeit erwirtschaftet haben
  • Unständig Beschäftigte

Förderfähig:

  • Solo-Selbständige können statt einzelner Fixkosten eine einmalige Betriebskostenpauschale ansetzen
  • Die volle Betriebskostenpauschale erhalten diejenigen, deren Umsatz im Zeitraum Januar 2021 bis Juni 2021 im Vergleich zu den Vergleichsmonaten im Jahr 2019 um 60 Prozent oder mehr zurückgegangen ist
  • Referenzumsatz ist der Gesamtumsatz des Jahres 2019, von denen 50 Prozent als Betriebskostenpauschale angesetzt werden können
  • Die einmalige Betriebskostenpauschale liegt bei maximal 7.500 Euro.
  • Wird im Zeitraum Januar 2021 bis Juni 2021 ein höherer Umsatz erzielt, muss der Vorschuss anteilig zurückgezahlt werden.

Antragstellung:

Die Antragstellung erfolgt durch die Solo-Selbstständigen

Antragsfrist:

Die Antragstellung ist seit dem 16.2.21 möglich.


Informationen nach Bundesland

Zusätzlich zu den Unterstützungsmaßnahmen des Bundes wurden in einigen Ländern eigene Programme aufgelegt, um besondere regionale Probleme oder höheren Bedarf, der beispielsweise auf Grund von höheren Gewerbemieten in Großstädten entstehen kann, durch eigene Hilfsprogramme aufzufangen.

 


Baden-Württemberg

Zusätzlich zu den Überbrückungshilfen des Bundes kann in Baden-Württemberg ein fiktiver Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1.180 Euro beantragt werden. Die monatliche Fördersumme ist jeweils gekoppelt an den Umsatzrückgang gegenüber dem betreffenden Monat des Vorjahres.

Folgende Staffelungen sind vorgesehen:

  • 590 Euro bei einem Umsatzeinbruch zwischen 40% und 50% im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 830 Euro bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50% und 70% im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 1.180 Euro bei Umsatzeinbruch von mehr als 70% im Vergleich zum Vorjahresmonat

Weiterhin unterstützt das Land mit einem Nothilfefonds im Umfang von bis zu 32,5 Mio. Euro  wirtschaftlich gefährdete Kunst- und Kultureinrichtungen sowie Vereine der Breitenkultur.

Alle Informationen dazu finden sich auf der Seite des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Informationen: Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH / KreativRegion Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen; Grundsicherung & Bundesregierung Informationen Überbrückungshilfe


Bayern

In Aussicht gestellt ist ein landeseigenes Kulturstabilisierungsprogramm, zu dem in Kürze weitere Einzelheiten veröffentlicht werden sollen.

Weiterhin wurde das Förderprogramm Digitalbonus Bayern bis ins Jahr 2023 verlängert! Das Programm unterstützt kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft bei Herausforderungen in der digitalen Welt. Es ermöglicht u. a. Upgrades von Hard- und Software sowie Verbesserungen der IT-Sicherheit. Antragstellung ist ausschließlich online möglich.

 

Berlin

Informationen: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Coronahilfen für Berlin; Bundesregierung Informationen Überbrückungshilfe 
Creative City Berlin: Informationen zu Hilfestellungen für Künstler und Selbstständige aus der KKW
Bürgschaftsbank Berlin: Soforthilfe-Bürgschaften


Brandenburg

Ergänzend zu den unterschiedlichen Kulturhilfsprogrammen des Bundes und der Kommunen hat das Land Brandenburg mit der Corona-Kulturhilfe weitere Mittel insbesondere für kommunale Kultureinrichtungen und gemeinnützige private Kultureinrichtungen und Projektträger zum Ausgleich von Einnahmeausfällen bereitgestellt.


Bremen

Informationen: Live-Ticker der Stadt Bremen, Bundesregierung Informationen Überbrückungshilfe


Hamburg

Soloselbstständige, Freiberufler+innen und Kleinunternehmen mit bis zu 5 Mitarbeiter+innen haben die Möglichkeit sich bei der Firmenhilfe zum Thema Coronahilfen kostenlos beraten zu lassen.

Des weiteren unterstützt das Förderprogramm Hamburg Digital bei der Umstellung auf neue digitale Systeme und Geschäftsmodelle und trägt dadurch zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Erhöhung der Sicherheit beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien bei. Kleine bis mittlere Unternehmen sowie freiberuflich Tätige werden hierbei bei digitalen Checks (Modul I) und digitalen Investitionen (Modul II) unterstützt. Antragstellung für das Modul II sind dabei ab dem 12. 04. 2021 via E-Antragsformular möglich.

Außerdem bietet die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) einige Finanzierungsmöglichkeiten in Form von Krediten auf ihrer Webseite (s. u. Link).

Informationen: Hamburg Kreativ Gesellschaft, Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, Bundesregierung Informationen Überbrückungshilfe, Handelskammer Hamburg COVID-19 Auswirkung auf KreativgesellschaftGrundsicherung & Hilfsmaßnahmen für Kultur- & Kreativwirtschaft, Firmenhilfe, IFB Hamburg, Hamburg Digital


Hessen

Ergänzend hat das Land Hilfsmaßnahmen für Kunst- und Kulturschaffende sowie Kultureinrichtungen bzw. Vereine und Projekte eingeführt. Künstler+innen haben die Möglichkeit ein Arbeitsstipendium von bis zu 2.000 € zu beantragen.

Überbrückungshilfe: Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

Informationen: Wirtschaftsförderung Frankfurt, Grundsicherung, Bundesregierung Informationen Überbrückungshilfe & Hilfsmaßnahmen für Kultur- & Kreativwirtschaft, Hilfspakete Kunst- und Kulturschaffende
Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen: Coronahilfen für Unternehmen
Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank): Unterstützungsmöglichkeiten vom Land Hessen


Mecklenburg-Vorpommern

Professionelle Künstlerinnen und Künstler mit einer Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse können ein Überbrückungsstipendium aus dem MV-Schutzfond Kultur in Höhe von 2.000 Euro beantragen. Das Stipendium dient in Abgrenzung zur Grundsicherung der Sicherung des künstlerischen Arbeitens und Wirkens. Die Antragsfrist endet am 31.03.2021.

Beantragung: Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern

Informationen: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen; Grundsicherung, Bundesregierung Informationen Überbrückungshilfe & Hilfsmaßnahmen für Kultur- & Kreativwirtschaft


Niedersachsen

NIedersachsen unterstützt soloselbstständige Künstlerinnen und Künstler und Kultureinrichtungen mit einem Corona-Sonderprogramm. Kultureinrichtungen, die Soloselbstständige für künstlerische Veranstaltungen oder im Bereich der Kulturellen Bildung engagieren, können eine Förderung beantragen. Antragsfrist endet Ende Februar 2021.

Beantragung: NBank

Informationen: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung,   Grundsicherung; Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische UnternehmenBundesregierung Informationen Überbrückungshilfe & Hilfsmaßnahmen für Kultur- & Kreativwirtschaft


Nordrhein-Westfalen

NRW hat ein Stärkungspaket für “Kunst und Kultur” einberufen, welches aus einem Stipendienprogramm und einem Stärkungsfond für Kultureinrichtungen besteht. Hierbei stellt das Land insgesamt 185 Millionen Euro zur Verfügung. Des Weiteren ist die vereinfachte Antragstellung der Grundsicherung bis zum Jahresende 2020 möglich. Außerdem haben verschiedene Bundesländer Hilfsmaßnahmen für Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Kultureinrichtungen bzw. Projekte eingeführt.

Beantragung: Überbrückungshilfe NRWStärkungspaket “Kunst und Kultur”

Informationen: Finanzverwaltung für NRW: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus; GrundsicherungBundesregierung Informationen Überbrückungshilfe & Hilfsmaßnahmen für Kultur- & Kreativwirtschaft
Creative NRW: Aktuelle Informationen für die Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW
IHK NRW: Informationen zur Kurzarbeit, rechtlichen Fragen und steuerlichen Maßnahmen
Land Nordrhein-Westfalen: Zentrale Informationsplattform zum Thema   Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie   Bundesregierung Informationen Überbrückungshilfe


Rheinland-Pfalz

Kulturschaffende haben die Möglichkeit sich beim Projektstipendium “Fokus: 6 Punkte für die Kultur” in Höhe von 2.000€ zu bewerben. Bewerbungen sind vom 15.01 bis zum 30.02.2021 möglich.

 

Saarland

Laut Saarbrücker Zeitung soll das Stipendiumprogramm für Kulturschaffende und Soloselbstständige im Kulturbereich verlängert werden. Weitere Informationen folgen.

Beantragung: Landesregierung Saarland
Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie: Informationsplattform zum Thema

Informationen: Bundesregierung Informationen Überbrückungshilfe; Grundsicherung ; Hilfsmaßnahmen für Kultur- & Kreativwirtschaft
Dock11: Relevante News Corona & Kultur- und Kreativwirtschaft im Saarland


Sachsen


Sachsen-Anhalt

Links: Investitionsbank Sachsen-Anhalt
Informationen: Ministerium für Wirtschaft Wissenschaft und Digitalisierung, Kreativwirtschaft Sachsen-Anhalt; GrundsicherungBundesregierung Informationen Überbrückungshilfe, Hilfsmaßnahmen für Kultur- & Kreativwirtschaft

Kreativwirtschaft Sachsen-Anhalt e.V. (KWSA): Übersichtsseite zum Thema


Schleswig-Holstein

Informationen: Bundesregierung Informationen ÜberbrückungshilfeGrundsicherung; Hilfsmaßnahmen für Kultur- & Kreativwirtschaft

Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus: Informationen zu neuen Angeboten der Förderbanken   Land stärkt Kulturhilfefonds
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur: Allgemeine Informationen für Schulen, Hochschulen und Kultur

Thüringen

Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie: FAQ zu Entschädigungsanträgen

Konkrete Angebote für selbstständige Designerinnen und Designer

 

Steuerzahlungen

Folgende steuerliche Maßnahmen in Zeiten der Corona Pandemie wurden vom Bundesfinanzministerium und den Landesfinanzministerien beschlossen: 

  • Laufende Vorauszahlungen zur Einkommen-, Gewerbe- bzw. Körperschaftsteuer können auf Antrag herabgesetzt oder ausgesetzt werden. Anträge zur Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer 2021 können bis zum 31. Dezember 2021 gestellt werden.
  • Ebenso können die Finanzämter die Sondervorauszahlung für die Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer für krisenbetroffene Unternehmern herabsetzen und erstatten.
  • Zusätzlich werden Steuerstundungen angeboten, die gleichermaßen die Einkommenssteuer, die Körperschaftssteuer und die Umsatzsteuer umfassen. Im Fall der Gewerbesteuer muss man direkt mit seiner Gemeinde in Kontakt treten.
  • Auf Vollstreckungen und Säumniszuschläge bei bis zum 31. März 2021 fällig gewordenen Steuern wird bis zum 30. Juni 2021 verzichtet, wenn der Schuldner direkt oder indirekt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen ist.

Für weitere Informationen erkundigt euch bitte direkt telefonisch bei Eurem zuständigen Finanzamt.

Homeoffice-Pauschale

Aufgrund der Corona Pandemie sind viele Arbeitnehmer+innen gezwungen im Homeoffice zu arbeiten. Die Homeoffice-Pauschale als Teil des Arbeitnehmer-Pauschalbetrags ermöglicht hier eine unbürokratische steuerliche Berücksichtigung der Heimarbeit. Hiermit lassen sich die Tage in denen ausschließlich zu Hause gearbeitet wurde, steuerlich absetzen. Die Neuregelung sieht einen pauschalen Abzug von 5 € pro Tag, maximal 600 € im Jahr – das entspricht 120 Heimarbeitstagen – als Betriebsausgaben oder Werbungskosten vor. Sie wird auf den Werbungskostenpauschbetrag angerechnet.

Beiträge zur Sozialversicherung

Selbständige, die nicht gesetzlich kranken-, renten- und pflegeversichert sind, haben Anspruch auf Erstattung ihrer Aufwendungen für soziale Sicherung (§ 58 IfSG) – die Finanzämter geben dazu genauere Infos. Selbstständige, die in der Künstlersozialversicherung versichert sind, können direkt eine neue Einkommensschätzung an Künstlersozialkasse senden, wenn abzusehen ist, dass sie das im Voraus gemeldete Einkommen nicht erreichen. Die Künstlersozialkasse hält hierfür eine Reihe an Formularen bereit. Versicherte, die das mindestens erforderliche Jahreseinkommen von 3.900 € auch im Jahr 2021 unterschreiten, sollen laut dem Sozialschutz-Paket III keine negativen Auswirkungen auf ihren Versicherungsschutz erleiden. Das Gesetz soll voraussichtlich am 01.04.2021 in Kraft treten.

Ausgleichszahlungen für Eltern von Kindern bis 12 Jahren

Kita- und Schulschließungen können Eltern vor große Herausforderungen stellen. Wer deswegen zu Hause bleiben muss, hat nun ein Anrecht auf Entschädigung. In Anlehnung an das Kurzarbeitergeld zahlt der Staat 67 Prozent des Nettoeinkommens für maximal sechs Wochen. Die Summe ist bei 2016 Euro pro Monat gedeckelt. Wichtig ist: Den Anspruch dürfen nur Eltern geltend machen, die wirklich keine andere Betreuung ermöglichen können, das trifft vor allem Alleinerziehende. Die Maßnahme lässt sich nicht mit anderen Maßnahmen wie dem Kurzarbeitergeld kombinieren. Die Antragstellung ist bis zum 31.03.2021 möglich. Das Online Formular findest du hier

Darüber hinaus hat das Bundeskabinett am 09.02.2021 das Sozialschutz-Paket III beschlossen, welches u. a. die Mittagsverpflegung von Schülerinnen und Schülern sowie Kita-Kindern bis zum 30.06.2021 verlängern soll. Dieses soll voraussichtlich am 01.04.2021 in Kraft treten.

Entschädigung bei Verdienstausfall durch Quarantäne

Alle, die auf Grund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt werden und dadurch einen Verdienstausfall erleiden, können nach dem Infektionsschutzgesetz eine Entschädigung beantragen. Das gilt auch für Selbstständige und Freiberufler. Voraussetzung allerdings ist, dass die Weiterarbeit im Home-Office nicht möglich ist. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid. Die Anträge sind innerhalb einer Frist von 12 Monaten nach Tätigkeitsunterbrechung oder dem Ende der Quarantäne bei den Landesgesundheitsämtern oder über das Online-Formular zu stellen.

 

Arbeitslosengeld II als Soforthilfe

In einer akuten Notlage ist das örtliche Sozialamt bzw. die örtliche Stelle der Bundesagentur für Arbeit der richtige Ansprechpartner. Wenn es schnell gehen muss, solltest du dich direkt an die zuständigen Stellen vor Ort wenden. Der Gesetzgeber hat vorübergehend den Zugang zu Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende vereinfacht. Unter anderem sind folgende, befristete Änderungen in Kraft getreten:

  • Wer ab dem 01.03.2020 bis einschließlich zum 31.03.2021 einen Neuantrag bzw. Folgeantrag auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende stellt, für den entfällt für die ersten 6 Monate die Vermögensprüfung, wenn erklärt wird, dass kein erhebliches Vermögen verfügbar ist.
  • In den ersten 6 Monaten des Leistungsbezugs werden die Ausgaben für Unterkunft und Heizung in tatsächlicher Höhe anerkannt.
  • Kinderzuschlag (KiZ) als Alternative zur Grundsicherung erhält, wessen Einkommen zwar für ihn selbst, nicht aber für seine Familie reicht. Bei Neuanträgen ist nun nur noch das Einkommen des letzten Monats (anstelle des letzten halben Jahres) entscheidend. Bei Einkommensverlusten etwa von selbstständigen Eltern entsteht so schneller ein Anspruch. Den Kinderzuschlag kannst du hier beantragen.

Mietrückstände und Schulden sollen ohne Konsequenz bleiben

Mieterinnen und Mieter, die COVID-19-bedingte Mietschulden für die Monate April 2020 bis Juni 2020 zu verschulden haben, werden vor einer fristlosen Kündigung durch den Vermieter geschützt. Die Zahlungspflicht wurde aufgrund der finanziellen Ausfälle nach hinten verschoben, besteht jedoch weiterhin! Die Mietschulden in dem genannten Zeitraum müssen bis zum 30. Juni 2022 zurückgezahlt werden.

Ausfallhonorar

Die Zahlung von Ausfallhonoraren bei abgesagten Projekten hängt von den individuellen Vertragsbedingungen ab. Dabei sind auch Vereinbarungen gültig, die mündlich, per SMS oder per WhatsApp getroffen wurden. Voraussetzung ist, dass das Engagement bis zum Stichtag 15. März 2020 vereinbart wurde. Wenn bereits Teilleistungen erbracht wurden, besteht zumindest anteiliger Anspruch auf Honorarzahlungen. Der maximale Auszahlungsbetrag liegt bei 2.500 €.

 

Kurzarbeitergeld

Für Unternehmen, die bis zum 31.03.2021 mit Kurzarbeit begonnen haben, reicht es aus, wenn mindestens 10 % der Beschäftigten von Arbeitsausfällen betroffen sind. Nach diesem Zeitraum muss mindestens ein Drittel von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sein. Der Bezugszeitraum für Kurzarbeitergeld wurde bis zum 31.12.2021 verlängert. 

Dabei übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn das Unternehmen seine Beschäftigten in Kurzarbeit schickt. Außerdem sollen die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden bis zum 30.06.2021 in voller Höhe erstattet werden. Achtung: Kurzarbeitergeld gibt es nicht für geringfügig Beschäftigte! Weitere Informationen sind auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit zu finden. Alle Formulare sowie das Online-Portal zur Antragstellung findest du hier.

Noch mehr Informationen, noch mehr Links:

Deutscher Kulturrat: Aktuelle Informationen und Newsletter des Spitzenverbands der Organisationen der Kultur- und Kreativwirtschaft


Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration: Coronavirus – wir informieren in mehreren Sprachen


Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus


Daniel Kruse: Hilfestellung für Selbständige im Corona-Chaos


Deutsche Orchester-Vereinigung: Corona-Virus – Leitfaden für Freischaffende


Franzen | Hofmann (Rechtsanwalt & Steuerberater): Corona – Informationen und Hilfestellungen


exali: Die wichtigsten Informationen zum Coronavirus für Selbständige und Freelancer


Holger Heinze: 20 Überlebensregeln für Familien im Covid19-Lockdown


Jimdo-Blog für Unternehmer: Corona-Facts und Hilfestellungen für Selbstständige und kleine Unternehmen


Künstlersozialkasse: Aktuelle Hinweise zum Coronavirus für selbständige Künstler*innen, Publizist*innen und abgabepflichtige Unternehmen


Kulturstaatsministerin Monika Grütters: Bundesregierung startet Hilfsmaßnahmen wegen Coronavirus


Monika Birkner: Corona-Virus – Wie du als Solopreneur dich und dein Business jetzt stärkst


Munich Startup: COVID-19 – Hier finden Münchner Unternehmen Unterstützung


Rechtsanwalt Michael Felser: Rechte Selbständiger in der Corona-Krise


Rechtsanwälte Göddecke: Notfalltelefon rund um die Uhr für kostenlose Erstberatung


Hochschulforum Digitalisierung: Toolsammlung – Veranstaltungen und Lehre online umsetzen


ver.di: Handreichung für die Unterstützung selbständiger und freier Kulturschaffender


VGSD: News und relevante Experten-Telkos wie am 30. März, 16 Uhr: “Hilfskredit bei der KfW beantragen – Wie geht das?”


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