BDG-Branchenmonitoring Corona

Die Aussichten für Designer+innen werden spürbar schlechter: In dem 5. BDG-Branchenmonitoring wird nahezu einhellig ein kompletter Wegfall von Aufträgen beklagt.

Insbesondere in Folge der Probleme von Auftrageber+innen aus der Veranstaltungsbranche, der Gastronomie, aus dem Messebereich, den kleinen Geschäften klagen in dem 5. BDG-Branchenmonitoring 85 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer über teils massive Umsatzeinbußen. Das betrifft Solo-Selbstständige sowie Freelancer, die nicht mehr gebucht werden und Angestellte, die in Kurzarbeit sind oder denen bereits gekündigt wurde, gleichermaßen.

Finanzielle Hilfen werden dringend eingefordert. Die aktuellen Hilfsangebote sind unzureichend, da sie nicht in allen Bundesländern zur Deckung der Lebenshaltungskosten verwendet werden können. So lautet eine repräsentative Antwort auf die Frage nach gewünschten Maßnahmen: »Eine Soforthilfe, die sowohl die betrieblichen Ausgaben deckt als auch eine Gehaltszahlung erlaubt. Und klare Kommunikation durch Regierung und Behörden, um die Nerven zu schonen.«

Wir werden die Lage im Kommunikationsdesign weiter beobachten. In dieser Woche empfehlen wir die Teilnahme an der Umfrage des Verbands der Gründer und Selbstständigen (VGSD), die sich ausführlich explizit mit der Situation der Solo-Selbstständigen aus verschiedenen Branchen beschäftigt.

In zehn Tagen startet der BDG dann mit seinem 6. Branchenmonitoring, um den Blick auf das Kommunikationsdesign geschärft zu halten.


Ergebnis des BDG-Branchenmonitorings KW 15

Stand 14. April 2020 | Umfragezeitraum 4. April bis 13. April 2020 | 115 Teilnehmer+innen
Alle Details hier.

6 Kommentare

  • Patricia Eichert

    Schnelle Hilfen waren jetzt wichtig. Dann können Kreative auch wieder kreativ sein und mit helfen die Zeit für alle etwas angenehmer zu gestalten.

  • Finanzielle Unterstützung ist das A und O momentan. Doch je länger das Ganze dauert, desto gravierender die finanziellen Engpässe der Unternehmen, für die wir bisher gearbeitet haben. Das erste, was hinten angestellt wird, sind Zusatzkosten von externen Arbeiten.
    Ich denke, die Kreativbranche muss ihre Dienste überdenken und umstrukturieren. Kreativität kann vorallem an zukünftigen Lösungsansätzen mitwirken. Das geht aber nur in Kooperation und intensivem Austausch mit der Branche und den Unternehmen. Als Soloselbstständiger fühle ich mich für die „neue Zeit“ nicht wirklich gerüstet, würde es aber begrüßen in dieser Zeit, in digitalen Workshops neue Möglichkeiten oder Ansätze für unsere Branche zu diskutieren, gemeinsam zu brainstormen, um neuartige Ansätze zu entwickeln, die uns Zuversicht geben und mutig werden lassen. Let‘s do it!

  • Bettina Dähn

    Vielen Dank, das finde ich sehr gut, dass ihr das so macht.
    Dann hat man eine gute Übersicht und irgendwie möchte ich auch, dass die Kulturschaffenden und KünstlerInnen auch anders ins Bewusstsein kommen. Jahrelang wird der Wert der Kunst und Kultur hier gering geschätzt und ist bekannt, dass Künstler am Existenzminimum und oft von der Hand in den Mund leben. Das war bei meinen Eltern schon so bekannt, ich kannte in meiner Biografie (bin 63) fast nur KünstlerInnen, die „am Hungertuch nagten“.
    Das sollte jetzt endlich, vielleicht auch wie die Berufe für Menschen wie Pflegerinnen, Care-Versorgerinnen etc. und auch Frauen ins volle Licht gerückt werden.
    Wir arbeiten für den ganzen Menschen. Nicht nur für irgendwelche Teile und Wirtschaft und Profit. Vielleicht ist das auch mal ne Chance für eine andere Gewichtung und Sichtweise. Danke für eure Unterstützung.

  • Pingback: Corona-Pandemie: Hinweise für Designerinnen und Designer – BDG Berufsverband der deutschen Kommunikationsdesigner e.V. gegr. 1919

  • Bitte die alleinerziehenden Freiberufler*innen nicht vergessen! Home-Office mit Kind bedeutet doppelt so viel Haushalt (Mittagessen etc.), 100% Care-Arbeit – besonders da die Kinder auch belastet sind und viel Zuwendung brauchen, irgendwie die Schule nicht vergessen (kann ich gar nicht leisten). Wann soll man da noch anständig arbeiten, bzw. vor allem KREATIV arbeiten oder sich wohlmöglich neue Strategien ausdenken??

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