Auswertung: BDG-Branchenmonitoring

Designerinnen und Designer haben vorgesorgt – das ist die gute Nachricht. Viele haben genug Rücklagen gebildet, um Umsatzeinbrüche von bis zu 75 Prozent über mehr als ein halbes Jahr zu überbrücken. Doch auch die besten Rücklagen sind endlich. Wie also steht es aktuell um den Bereich Kommunikationsdesign?

Grafik: Susanne Breitfeld


Das 7. BDG-Branchenmonitoring zeichnet ein zweigeteiltes Bild:
 

Etwa die Hälfte der 133 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Umfrage, die vom 17.09. bis 07.10. stattfand, glaubt, noch bis zu drei Monaten unter den gegebenen Umständen durchhalten zu können. Spätestens dann fürchten sie, ihr Büro schließen zu müssen.

Auf der anderen Seite konstatiert etwa ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Verbesserung ihrer Auftragssituation bzw. erwartet eine solche im kommenden Monat. Wie tragfähig dieser Hoffnungsschimmer sein wird, bleibt abzuwarten angesichts rapide steigender Infektionszahlen und der Einschätzung, dass die Krise sich noch weit bis ins Jahr 2021 ziehen wird, die von deutlichen Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen geteilt wird.

 
Umsatzrückgang bis zu 75 Prozent

Die Umsatzrückgänge in der Branche sind durchaus nennenswert: Knapp 40 Prozent kämpfen mit Umsatzrückgängen zwischen 50 und 75 Prozent. Die Soforthilfen, die längst ausgelaufen sind und die aktuellen Überbrückungskredite, die weiterhin für viele Akteure der Branche nicht nutzbar sind, haben es gut 40 Prozent der Befragten ermöglicht, bis heute durchzuhalten. Die große Mehrheit – nämlich zwei Drittel – hat aber dank der eigenen Rücklagen überlebt.

 
Existenzkostensicherung

Es ist an der Zeit, Designerinnen und Designern, die ihre Rücklagen jetzt aufgebraucht haben, wirkungsvoll zu unterstützen. Erstmalig wurde im derzeitigen Teil-Lockdown ein fiktiver Unternehmerlohn für Solo-Selbstständige in die Unterstützungsmaßnahmen des Bundes aufgenommen. Das ist begrüßenswert, bietet jedoch keine tragfähige Perspektive, da diese Hilfen auf den November beschränkt sind. 

Die Überbrückungshilfe II hingegen, die für den Zeitraum von September bis Dezember in Anspruch genommen werden kann, sieht nach wie vor keinen Unternehmerlohn vor. Dort können ausschließlich Betriebskosten abgerechnet werden. Damit lehnt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ein Geschäftsmodell ab, das Leistungen auf Basis von Kosten kalkuliert, die kein externes Büro und keinen Leasing-Vertrag mit Autofirmen beinhalten. Der BDG fordert daher eine Existenzkostensicherung für Selbstständige.

 
Unterstützung, von denen alle profitieren …

Weiterhin fordert der BDG, in die weiteren Maßnahmen zur Unterstützung anderer Branchen standardmäßig einen Posten für Kommunikation zu integrieren. In dem Kulturinfrastrukturpogramm NEUSTART KULTUR wurde dies zumindest ansatzweise verwirklicht. Mit der Aufnahme einer solchen Regelung auch in die Fördermaßnahmen für andere Branchen ist sowohl den Kommunikationsdesignerinnen -designern als auch den Unternehmen geholfen: Die Unternehmen profitieren von professionell gestalteter Kommunikation, die Designerinnen und Designer erhalten Aufträge, um mit ihrer Arbeit und nicht mit Transferleistungen ihr Leben zu finanzieren.

 

 

 
Danke!

Wir bedanken uns bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Branchenmonitorings, das einen Beitrag für ein realistisches Bild der Branche leistet.
Die Zahlen bestätigen weiterhin unsere Befürchtungen und bieten zugleich eine Grundlage für unsere Forderungen an die Politik. Wir führen daher das Monitoring in regelmäßigen Abständen fort.


Hinweise zu Corona-Hilfen

Hier findest du aktuelle Hinweise für Designerinnen und Designer in der Corona-Pandemie für jedes Bundesland.


Branchenmonitoring 1–4

Du möchtest wissen, wie es Designerinnen und Designern zu Beginn der Corona-Pandemie ergangen ist? Mehr dazu im BDG-Branchenmonitoring Corona 1–4