Weiter gehen!
Warum Interessenvertretung wichtig ist

»Nutzen Sie die Möglichkeiten und Kompetenzen von Designerinnen und Designern! Fördern Sie Kommunikationsmaßnahmen von Unternehmen und Institutionen! Denn das hilft beiden Seiten nachhaltig: Designerinnen und Designer können mit ihrer Arbeit statt mit Transferleistungen ihr Leben finanzieren und Unternehmen profitieren von professionell gestalteter Kommunikation.«

Mit diesem Appell hat der BDG sich im vergangenen Jahr mit Blick auf die Ergebnisse seines Branchenmonitorings an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft gewendet. Nachhaltige Unterstützung für die Branche nutzt offen liegende Kompetenzen und Ressourcen zum Nutzen von allen Beteiligten – davon sind wir überzeugt.

Aber: Es ist der lange Weg. 

Viele Kolleginnen und Kollegen beweisen mit ihrer täglichen Arbeit, dass gutes Kommunikationsdesign ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen, Institutionen und auch für die Durchsetzung gesellschaftlich bedeutender Anliegen ist. Und trotzdem wird das Potenzial der Branche an vielen Stellen noch immer unterschätzt. Das zu ändern, war und ist das entscheidende Anliegen unserer politischen Arbeit.

Wie gesagt, der lange Weg. 

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Die Streckenführung war nicht gerade einfach in den zwei zurückliegenden Pandemiejahren. Die Designbranche bekam die Auswirkungen der Corona-Bekämpfung sehr direkt zu spüren, teilweise mussten unsere Kolleginnen und Kollegen erhebliche Umsatzeinbußen verkraften. Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen zeigten sehr deutlich, dass die politisch Verantwortlichen noch immer viel zu wenig über die Lebens- und Arbeitsumstände von Freiberufler:innen, Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen wissen, die sowohl die Designbranche als auch die Kultur- und Kreativwirtschaft insgesamt prägen. 

Es war ein harter Kampf gemeinsam mit vielen anderen Verbänden, bis die Unterstützungsmaßnahmenauch zu der Lebenswirklichkeit von Designerinnen und Designern passte:

  1. Erst Anfang 2021 stand mit der Neustarthilfe erstmalig eine Unterstützung bereit, die sich explizit an Solo-Selbständige richtete – nicht zuletzt ein Ergebnis gemeinsam formulierter Forderungen im Deutschen Kulturrat 
  2. Vielen Designerinnen und Designern drohte der Verlust ihres Versicherungsschutzes in der Künstlersozialversicherung, da sie gezwungen waren, ihren Lebensunterhalt mit anderen Tätigkeiten zu bestreiten. Auch das konnte durch das gemeinsame Engagement im Kulturrat abgewendet werden 

Mit Thomas Bender war auch ein BDG-Vertreter im Fachausschuss Arbeit und Soziales an den entsprechenden Positionspapieren des Deutschen Kulturrats beteiligt.

Neben Akutmaßnahmen geht es bei der politischen Arbeit aber immer auch um die Rahmenbedingungen, die direkte Folgen für die Lebens- und Arbeitsbedingungen jedes einzelnen Designers und jeder einzelnen Designerin haben, etwa wenn es um die geplante Altersvorsorgepflicht für Selbstständige geht oder um Überlegungen zu einer freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige – Themen, mit denen sich der BDG auch in der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände auseinandersetzt. Unsere Geschäfsstellenleiterin Sabine Koch setzt sich dort für die Interessen der BDG-Kolleginnen und Kollegen ein.

Interessen vertreten is nothing for sissies!

Der lange Weg … Manchmal führt er durch scheinbar ödes Gebiet. Die öffentliche Vergabe von Designleistungen – das ist so eine triste Landschaft: Immer wieder verlangen öffentliche Stellen bei der Vergabe von Designleistungen unvergütete Vorleistungen. Ein lang bekanntes Ärgernis, ja! Aber viele glauben, dass es sie gar nicht betrifft, da sie ohnehin nicht an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen.

Kooperation ist König

Der Dachverband der Designorganisationen in Deutschland, der Deutsche Designtag, hat auf Initiative des BDG einen Praxisleitfaden zur Vergabe von Designleistungen herausgegeben. Das hat eine Bedeutung, die weit über Hinweise für juristisch tragfähige und faire Ausschreibungen hinausgeht. Warum? Wer beispielhafte Designideen, grobe Anmutungen oder skizzenhafte Vorstellungen als unvergütete Vorleistung für die Teilnahme an einer Ausschreibung erwartet, der weiß nicht, dass auch eine simple Skizze das Ergebnis intensiver Vorarbeit ist, der weiß nicht, was Design ist und wie es nur funktionieren kann. Das Engagement für faire Ausschreibungen ist nicht zuletzt auch eine Möglichkeit, um das Potenzial von Designleistungen deutlicher zu machen. 

Es ist ein schöner Erfolg für alle Kolleginnen und Kollegen, die im Designtag an dem Leitfaden gearbeitet haben – darunter die BDG-Designer Thomas Bender, Christian Büning, Dr. Stefan Gauß und Arne Leichert, dass diese Botschaft auch im Bundeswirtschaftsministerium angekommen ist. Die Publikation ist mit den Verantwortlichen im Ministerium abgestimmt und wird inzwischen auf wichtigen Vergabeplattformen empfohlen.

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Ein großartiger Aussichtspunkt auf unserem Weg soll nicht unerwähnt bleiben: BDG-Designerin Regina Hanke vertritt seit letztem Jahr den Deutschen Designtag im Board der BEDA (Bureau of European Design Associations), dem Europäischen Dachverband der Designorganisationen. Sie ist insbesondere damit befasst, ein Expertenboard von Designerinnen und Designern zusammenzustellen, die fachkundig zu anstehenden Fragen auf europäischer Ebene Stellung beziehen können. Letztlich mit dem Ziel die Perspektiven von Designerinnen und Designern sichtbar zu machen und sie im gesellschaftlichen Diskurs zu verankern.

Stärke deine Branche – gib ihr deine Stimme!

Liebe Designerin, lieber Designer, ja, der Weg mag lang sein, bis in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verstanden ist, welches Potenzial gutes Kommunikationsdesign bietet, bis verstanden ist, wie gewinnbringend deren Förderung für alle Seiten ist. Einzelne übersieht man auf diesem Wege leicht. Sichtbar können wir nur gemeinsam sein.


Wo der BDG aktiv ist

Amtsperiode 2019 – 2022

Andreas Auler vertritt den BDG im
– Rat für Urheberrechtsfragen im Deutschen Designtag (DT) und ist Delegierter im
– Fachausschuss Urheberrecht im Deutschen Kulturrat (DKR)

Thomas Bender vertritt den BDG im
– Rat für Arbeit und Soziales im DT
vertritt (gemeinsam mit Christian Büning und Arne Leichert, ab 2022 auch mit Dr. Stefan Gauß) den BDG im 
– Rat für Vergaberichtlinien und Ausschreibungen im DT
und ist Delegierter im
– Fachausschuss Rat für Arbeit und Soziales im DKR

Regina Hanke vertritt den BDG im
– Rat für Europa & Internationales des DT und ist Delegierte im
– Fachausschuss Europa & Internationales im DKR

Miriam Horn-Klimmek vertritt den BDG im 
– Rat für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im DT
– Rat für Geschlechtergerechtigkeit im DT und ist Delegierte im
– Fachausschuss Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im DKR
– Arbeitskreis Geschlechtergerechtigkeit im DKR

Arne Leichert verritt den BDG im 
-Vorstand des DT und ist 
-Sprecher der Sektion der Berufsverbände im DT

sabine schwarzweiß
Sabine Koch,
Leiterin der Bundesgeschäftsstelle